Neuer CCEE-Präsident will internationalen Dialog ausweiten

Die Vollversammlung des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen in Rom ging zu Ende.

27.09.2021

ROM (kap) / Zum Abschluss der Vollversammlung des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) hat der neu gewählte Präsident, Gintaras Linas Grusas, mehr interkontinentale Dialogbereitschaft gefordert. Mit Blick auf Corona-Pandemie, Klimakrise und weit verbreitete Armut sagte der Erzbischof von Vilnius: „Wir können diese Herausforderungen nicht so betrachten, als ob sie ein ausschließlich europäisches Problem wären.“ Es handele sich um globale Probleme, die gemeinsam mit den verschiedenen Nationen der Welt angegangen werden müssten.

Es sei nun an der Zeit, eine „neue Etappe“ zu beginnen, betonte Grusas am Ende des CCEE-Treffens, das von Donnerstag bis Sonntag in Rom stattfand. Er wolle sich zunächst mit der im Oktober beginnenden zweijährigen Weltsynode der katholischen Kirche befassen, kündigte der 60-Jährige an. Es entspreche dem Willen von Papst Franziskus, dass sich der CCEE als kontinentales kirchliches Organ aktiv einbringe.

Grusas war am Samstagabend von den Delegierten des europäischen Bischofsrates zum neuen Leiter gewählt worden. Der in den USA geborene Vorsitzende der Litauischen Bischofskonferenz folgt auf den italienischen Kardinal Angelo Bagnasco (78), der seit 2016 amtierte. Die Amtszeit dauert fünf Jahre. Aus Österreich hatte der Vorsitzende der österreichischen Bischofskonferenz, Erzbischof Franz Lackner, an dem Treffen teilgenommen.

Neue CCEE-Vizepräsidenten sind Kardinal Jean-Claude Hollerich (63), Erzbischof von Luxemburg und Vorsitzender der EU-Bischofskommission COMECE sowie der Bischof der serbischen Diözese Zrenjanin und Vorsitzende der internationalen Bischofskonferenz der Heiligen Kyrill und Method (CEICEM), Laszlo Nemet (65).

In einer Abschlusserklärung wandte sich der CCEE gegen eine „vorherrschende materialistische Kultur“, die sowohl den christlichen Glauben als auch die menschliche Zivilisation als Ganzes bedrohe. „Wir dürfen uns nicht fürchten, sondern müssen vereint sein“, heißt es in dem Dokument. Die Stimme des CCEE sei zwar nicht mächtig, aber sie diene der Verbreitung einer jahrhundertealten Botschaft, die sich auf den Namen Jesus Christus beziehe. Er sei die „wahre Hoffnung“ Europas.

Während ihrer Versammlung blickten die europäischen Bischöfe auch auf das 50-jährige Bestehen des CCEE zurück. Am Donnerstag feierten sie mit dem Papst eine Messe im Petersdom. Dabei warnte Franziskus vor falschen Sicherheiten. Die Christen des Kontinents seien versucht, es sich „in unseren Strukturen, in unseren Häusern und in unseren Kirchen bequem zu machen“, so der 84-Jährige in seiner Predigt. Die „Befriedigung eines gewissen Konsenses“ reiche aber nicht aus, da sich „um uns herum die Gotteshäuser leeren und Jesus immer mehr vergessen wird“.

Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen mit Sitz in Sankt Gallen/Schweiz (lat. Consilium Conferentiarum Episcoporum Europae) will die Zusammenarbeit der katholischen Bischöfe auf dem Kontinent fördern. Dem 1971 gegründeten Gremium gehören derzeit 39 Mitglieder an. Gemeinsam repräsentieren sie die katholische Kirche in 45 europäischen Ländern.

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