Wer war Johannes Nepomuk?

Heute, am 16. Mai, gedenken wir Johannes Nepomuk.

16.05.2022

SALZBURG (eds) / In keiner anderen österreichischen Landeshauptstadt ist Johannes Nepomuk im öffentlichen Raum so präsent wie in Salzburg. Lange vor seiner Selig- und Heiligsprechung war die Verehrung Johannes Nepomuks im Erzstift Salzburg und in den Suffragan- und Eigenbistümern überaus verbreitet. Das ergab eine Umfrage, die 1715 auf Ersuchen des Prager Erzbischofs Ferdinand Graf Kuenburg zur Vorbereitung des Kanonisierungsprozesses durchgeführt wurde. Dass man es nicht erwarten konnte, Johannes Nepomuk unter den Heiligen zu sehen, zeigt auch das Kuppelfresko der Dreifaltigkeitskirche, in dem Johann Michael Rottmayr bereits 1697/1698 Johannes Nepomuk in den Heiligenhimmel aufgenommen hatte. Innerhalb zweier Jahrzehnte schuf der bedeutende Spätbarockbildhauer Josef Anton Pfaffinger (1684–1758) fünf Marmorfiguren dieses „Modeheiligen“: am Südende des Leopoldskroner Weihers, auf der Brücke in Maxglan und der Plainbrücke in Itzling, in Söllheim und am Franz-Josefs-Kai (bis 1860 an der alten Salzachbrücke).

Nepomuk als Brückenheiliger

Die Verehrung als Patron gegen Wassergefahren und Beschützer der Flößer, Schiffer und Müller sowie der Reisenden beim Überqueren von Brücken erinnern an sein Martyrium. In der bildenden Kunst wird der Heilige mit der Tracht des Kanonikers mit Soutane, Chorhemd, Schulterumhang und Birett dargestellt. Er hält meist ein Kruzifix und die Märtyrerpalme in Händen. Charakteristisch ist auch der Sternenkranz. Schon vor der Heiligsprechung stehen diese Sterne anstelle eines Nimbus und bleiben dauerhaft Kennzeichen Johannes Nepomuks. Nur Maria Immaculata trägt ebenfalls einen Sternenkranz. Als weitere Attribute werden auch Bücher, Vorhängeschloss, Fisch, Muschel, Wasserurne oder Flussgott beigegeben, nach 1719 besonders die unverweste Zunge, die auch einzeln zum Bildthema wird.

Wer war Johannes Nepomuk

Johannes Welflin oder Wolfflin (* um 1350), Sohn eines einfachen Bürgers aus dem westböhmischen Pomuk (heute Nepomuk), wurde erzbischöflicher Beamter, Priester und nach Abschluss seiner juristischen Studien in Prag und Padua 1389 Generalvikar der Erzdiözese Prag. In dieser schwierigen Zeit der Kirchenspaltung (1378–1417) kam es zu Konflikten zwischen dem Prager Erzbischof Jenstein und König Wenzel IV., der zunehmend in die Kirchenpolitik eingriff, kirchliche Rechte und Ansprüche beschnitt. Die Streitigkeiten eskalierten, als Erzbischof Jenstein bei der Abtwahl des Benediktinerklosters Kladrau dem König zuvorkam und der gewählte Abt umgehend von Generalvikar Johannes Nepomuk bestätigt wurde. Wenzel hatte beabsichtigt, einen ihm genehmen Kandidaten als Abt einzusetzen und in der Folge ein neues Bistum Kladrau zu gründen. Daraufhin ließ er mehrere geistliche Würdenträger, darunter den Generalvikar, festnehmen – der Erzbischof selbst konnte sich retten. Die Gefangenen kamen am Ende relativ glimpflich davon, nur den seiner Herkunft nach niedrigsten, aber ranghöchsten Kirchenvertreter, Johannes Nepomuk, unterzog der König brutaler Folter und ließ ihn am 20. März 1393 in der Moldau ertränken. Sein Leichnam wurde drei Jahre später im Veitsdom bestattet.

Schätze im Dommuseum

Seit Ende Oktober 2017 befindet sich die umfangreiche Sammlung zum hl. Johannes Nepomuk im Besitz des Dommuseums Salzburg. Sie ist das Lebenswerk des Innsbrucker Kunsthistorikers und Priesters Dr. Norbert Möller. Jahrzehntelang hat er die unterschiedlichsten Zeugnisse der Verehrung des Johannes Nepomuk zusammengetragen: Gemälde, Skulpturen, Grafik und Kunsthandwerk – insgesamt 1.360 Objekte. Mehr dazu www.domquartier.at/dommuseum/.

 

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