Missionarin, Journalistin, Netzwerkerin: Salzburg feiert „seine“ Selige

100. Todestag von Maria Theresia Ledóchowska als Auftakt zur Würdigung eines besonderen Lebenswerks

23.06.2022

SALZBURG (eds-23. 6. 2022) / Sie ist die „jüngste“ Selige mit starker Beziehung zu Salzburg: Maria Theresia Ledóchowska. Trotz ihres erstaunlichen Lebenswerks ist sie weitgehend unbekannt. Das soll sich in den nächsten drei Jahren ändern.

Immerhin hat sich die 1863 geborene Frau mit aller Kraft gegen Sklaverei und Unmenschlichkeit in Afrika eingesetzt und schließlich einen Orden gegründet, der heute weltweit tätig ist. In Maria Sorg bei Bergheim leben derzeit sechs Missionarinnen vom hl. Petrus Claver, die – wie Ledóchowska – etwa die Zeitschrift „Echo aus Afrika“ schreiben, drucken und versenden. Damit kämpfen sie weiter gegen Ungerechtigkeit, Armut und moderne Sklaverei.

Stimmen

ALFRED WINTER, Initiator: „Maria Theresia Ledóchowska ist eine großartige Frau, auf die Salzburg wirklich stolz sein kann. Ihre Anliegen sind hoch aktuell und als Frau in der Kirche hat sie viel erreicht. Es ist eine große Freude, wie viele Menschen aus Kunst, Wissenschaft und Politik sich für sie begeistern lassen, sie hat es verdient, genauso wiederentdeckt zu werden wie Leopold Kohr.“

NICK MONU, Regisseur: „Ich bin begeistert von dieser Frau und habe mich sehr gewundert, dass ich vorher noch nie etwas von ihr gehört habe. Sie hat in Afrika gegen Sklaverei gekämpft und so viel Gutes bewirkt. Sklaverei ist leider noch nicht ausgestorben und ihr Vorbild motiviert, heute gegen Menschenhandel und Versklavung aufzutreten. Ich werde Maria Theresia Ledóchowska eine Theaterproduktion widmen.

SCHWESTER URSULA LOREK, Oberin in Maria Sorg: „Mit der befreienden Botschaft des Evangeliums, ,alle Enden der Welt‘ zu erreichen, dafür hat sich Maria Theresia Ledóchowska mit all ihrer Kraft eingesetzt. Wie zu ihren Zeiten leben heute Millionen von Menschen in menschenunwürdigen Verhältnissen und schreien bewusst oder unbewusst nach Befreiung und Erlösung. Damals waren das die afrikanischen Sklaven, heute gibt es andere Arten von Versklavung und Menschenhandel. Es gelang ihr, mit damaligen Medien (Zeitschriften aus eigener Druckerei, Diaprojektionen, Film, Vorträge, Theateraufführungen, ethnologische Ausstellungen usw.) Hunderttausende Menschen für ihre Anliegen zu begeistern und zu engagieren. Sie wirkte nicht allein, schuf ein Netzwerk. Sie war eine leidenschaftliche Journalistin und Medienfrau.“

SABINE VEITS-FALK, Stadtarchiv Salzburg: „Ich finde es spannend, wie eine Frau, die ein sehr konservatives Frauenbild vertrat und das ‚Ergänzende, Mitwirkende und Mithelfende‘ als typisch weibliche Eigenschaften charakterisierte, selbst äußerst tatkräftig handelte und sich innerhalb der katholischen, männlich dominierten Hierarchien positionierte.“ Der Kampf gegen die Sklaverei in Afrika wurde zu Maria Theresia Ledóchowskas Lebensaufgabe und das Motiv für die Gründung eines Missionsordens. Ihre Ideen verbreitete sie mit eigenen Schriften, der Herausgabe einer Zeitschrift und den modernen Medien des beginnenden 20. Jahrhunderts. Das Symposium wird sich mit den vielen Facetten der Maria Theresia Ledóchowska als Managerin, Netzwerkerin, Schriftstellerin, Ordensgründerin, Missionarin und Museumsinitiatorin auseinandersetzen.“

ELISABETH MAYER, Präsidentin Katholische Aktion Salzburg: „Sie hat alles auf eine Karte gesetzt und das ,Evangelium der Freiheit‘ von Salzburg in die Welt hinausgetragen: Eine Botschaft, auf die viele Menschen heute noch warten. Die Aktualität von Maria Theresia Ledóchowska muss nicht herbeigeredet werden, sie ist ,Patronin‘ für Bewusstseinsbildung, den Einsatz neuer Medien, den Aufbau von Netzwerken und für künstlerische Aktivitäten, die für ihr Anliegen begeistern.“

Festgottesdienst am 3. Juli

Zu ihrem 100.Todestag laden Erzbischof Franz Lackner, die von ihr gegründeten Missionsschwestern vom hl. Petrus Claver und die Katholische Aktion in den Salzburger Dom zu einem Festgottesdienst am Sonntag, 3. Juli 2022, um 10 Uhr. Eine Fahneninstallation von Karl Hartwig Kaltner und eine moderne Ikone von Jutta Kiechl werden zu diesem Anlass präsentiert.

Hier finden Sie die Einladung zum Festgottesdienst am 3. Juli um 10 Uhr mit Erzbischof Franz Lackner im Dom zu Salzburg.

Neuer Webauftritt

Im Zuge des Jubiläums wurde auch eine neue Webseite eingerichtet. Unter www.ledochowska.at finden Interessierte Informationen zur seligen Maria Theresia Ledóchowska und Termine rund um das Jubiläum.

Modernes Ziel: Ordensgründerin kämpfte bereits im 19. Jahrhundert für Gerechtigkeit in Afrika

Geboren 1863 als Adelige im niederösterreichischen Loosdorf, führte Maria Theresia Ledóchowskas Weg sie an den Salzburger Hof. Die kluge junge Frau erfuhr von den Gräueln der Sklaverei in Afrika und beschloss, ihre Netzwerke zu nutzen und sich für die Rechte der Menschen auf einem ihr völlig fremden Kontinent einzusetzen. Ihr Werkzeug: die Sprache. Sie ergriff nicht nur regelmäßig das Wort, sie gründete vor allem die Missionszeitschrift „Echo aus Afrika“, die bis heute regelmäßig erscheint und an Abonnenten und Spender in der ganzen Welt verschickt wird.

Darin machte die 1975 seliggesprochene „Mutter Afrikas“ auf die menschenverachtende Sklaverei, Schmerz und Ausbeutung aufmerksam – und hinterließ nach ihrem Tod 1922 ein Erbe, das bis heute aktuell ist und fortgeführt wird.

Foto: Sie machen das Erbe Maria Theresia Ledóchowskas bekannt (v.l.): Prof. Alfred Winter (Initiator Ledóchowska-Projekt), Elisabeth Mayer (Präsidentin Katholische Aktion Salzburg), Sabine Veits-Falk (Stadtarchiv, Organisatorin Ledóchowska-Syposium), Sr. Ursula Lorek (Oberin der Missionsschwestern Maria Sorg), Theresa Wächter (Ledóchowska-Projekt), Nick Monu (Schauspieler und Regisseur, engagiert gegen Menschenhandel). Foto: Erzdiözese Salzburg

 

 

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