„Wir wollen die Sehnsucht nach Gott wecken“

Der Salzburger Erzbischof eröffnete mit einer Vesper im Dom den Synodalen Prozess in der Erzdiözese.

Die Botschafterinnen und Botschafter des Prozesses: Olivia Keglevic, Erzbischof Franz Lackner, Kerstin Altenberger und Dino Bachmaier (v.l.).

17.10.2021

SALZBURG (eds) / „Zum Wesen dieser anbrechenden Zeit gehört es, dass wir immer auch über die eigene Grenze hinausdenken, offen sind, ansprechbar und sprachfähig bleiben“, sagte Erzbischof Franz Lackner am Sonntagabend im Salzburger Dom. Der Salzburger Erzbischof hat bei den Katholikinnen und Katholiken seiner Diözese darum geworben, sich an einem Prozess zu beteiligen, der einzigartig in der Geschichte der Kirche ist: Alle interessierten Menschen sollen über Beziehung zur Kirche nachdenken und darüber ins Gespräch kommen. Nachdem Papst Franziskus am 10. Oktober den weltkirchlichen Beginn für diesen sogenannten synodalen Prozess gemacht hatte, erfolge nun der Auftakt in den einzelnen Diözesen, so auch in der Erzdiözese Salzburg.  Mit einer Befragung und gemeinsamen Gesprächsformaten können Einzelne und Gruppen daran teilnehmen.

Ziel des bis 7. Dezember angesetzten Prozesses ist ein neuer Umgangsstil in der Kirche. Es gehe nicht nur darum eine Befragung zu starten, sondern wirklich aufeinander zu hören: „Wichtig ist das Klima, die Atmosphäre, so dass Austausch und Beitrag gelingen können. Verantwortungsvoll soll man in Freimut sprechen und in Demut zuhören“, sagte der Vorsitzende der österreichischen Bischofskonferenz in seiner Predigt.

„Der Heilige Geist und wir“

Auf zwei Dinge werde es angekommen, so Lackner; nämlich auf das Hören des heiligen Geistes und die Sorge um die Weitergabe des Glaubens. Wichtig sei dabei, sich Zeit zu nehmen, um Gott zu begegnen und die Begegnung untereinander zu fördern. Lackner ermunterte außerdem den aufrecht geführten Streit nicht scheuen, das Wort zu ergreifen, der Stille Raum geben – „dann können wir für alles, was wir tun und wirken, annehmen: Der Heilige Geist und wir“, sagte der Erzbischof. Schließlich sei es die Sorge um den gemeinsamen Glauben, die auch im Salzburger Motto „Gib dem Glauben eine Stimme“ zum Ausdruck kommt. Dazu der Oberhirte in seinem Hirtenbrief an die Menschen der Erzdiözese: „Was lässt sich gegenwärtig zur Lage des Glaubens in unserer Kirche sagen? Es gibt gewiss viele Bemühungen und ehrliches Engagement. Dennoch müssen wir uns fragen: Wo fällt der Same des Glaubens auf fruchtbaren Boden? Wo erstickt er im Gestrüpp alltäglicher Geschäftigkeit? Wo wird er leidvoll vermisst? Was bleibt an Hoffnung über die Zeit hinaus?"

Wer kann mitmachen?

Bei den Gesprächsformaten rund um die Befragung sollen Einzelne und Gruppen aus ihrem Glauben heraus erzählen, was sie bewegt, was sie freut und besorgt. Außerdem sollen Christinnen und Christen herausfinden, wie sie – bei aller Unterschiedlichkeit – aufeinander hören, Gemeinschaft leben und Menschen in der Kirche eine Heimat geben können. Ob Kinder, Frauen, Männer, Laien, Geweihte, Familien, Ordensleute, Enttäuschte, Engagierte, Menschen mit Behinderung, Geflohene, Bedürftige, beim Nachdenken und Darüber-Reden sollen sie herausfinden, wie Kirche sein muss, damit sich alle beteiligen können.

So läuft die Befragung ab

Über die Webseite www.eds.at/synodale-kircheist ein Fragebogen abrufbar. Alle Interessierten sind eingeladen, diesen bis 7. Dezember auszufüllen, allein oder auch in Gruppen. Ein Vorbereitungsteam hat dazu auch unterstützende Materialien erarbeitet, die ebenfalls über die Webseite abrufbar sind.

Erzbischof Franz Lackner lädt alle Katholikinnen und Katholiken ein, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen: „Jede und jeder von Ihnen ist in der Taufe mit dem Heiligen Geist gesalbt. Durch ihn haben Sie einen Spürsinn für den Weg der Nachfolge Jesu. Bitte bringen Sie sich mit dieser Gabe ein.“

Wichtige Begriffe zum Verständnis

  • Synodale Kirche meint die Art und Weise, wie Menschen den Glauben der Kirche leben: Gemeinsam unterwegs, als „Anhänger des Weges Jesu“, sind sie bereit. Die Kirche bespricht ihre Aufgaben und ihre Themen gemeinsam.
  • Synode kommt aus dem Griechischen und bedeutet „gemeinsam gehen“. Die Gläubigen gehen als Kirche gemeinsam in der Spur Jesu. Im engeren Sinn ist eine Synode eine kirchliche Versammlung, insbesondere zur Beratung der Bischöfe und des Papstes.
  • Zuhören ist das Prinzip, nach dem der Prozess gestaltet wird. Mit einem angeleiteten Gesprächsformat sollen alle ins Gespräch kommen. Um wirklich als Gemeinschaft unterwegs sein zu können, ist die Einübung des Zuhörens auf Gottes Stimme in seinem Wort, im eigenen Herzen und im Nächsten von entscheidender Bedeutung. Aufrichtiges und unvoreingenommenes Zuhören geschieht nicht nur mit den Ohren, sondern auch mit dem Herzen. Durch echtes Zuhören entsteht Begegnung, die freies Reden aus dem Herzen ermöglicht.
  • Befragung nennt sich die konkrete Form des Mitmachens. Jede und jeder Einzelne ist aufgerufen, sich an der Synode zu beteiligen. Dazu dient die Befragung, die keine Meinungsumfrage ist, sondern bei der die Fragen und Hoffnungen des Herzens ausgesprochen und im Sinne einer Unterscheidung beurteilt werden sollen.

 

 

Eigene Website mit allen Informationen

Auf der Website www.eds.at/synodale-kirche finden Interessierte Fragebögen, Dokumente und Hilfsstellungen sowie Kontakte zur Koordinationsstelle des Projekts.

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