Diözesanpatron Virgil stiftet internationale Freundschaft

Salzburger Diözesanwallfahrt nach Irland vertieft Verbindung mit irischen Pfarren.

Bischof Denis Nulty von Kildare und Leighlin, der apostolische Administrator der Diözese Ossory, Weihbischof Hansjörg Hofer (v. l.).

Bischof Denis Nulty von Kildare und Leighlin, der apostolische Administrator der Diözese Ossory, Weihbischof Hansjörg Hofer (v. l.).

11.05.2022

SALZBURG (eds) / „Die Verehrung des hl. Virgil in seiner Heimat begann erst nach der Salzburger Pilgerreise 1974, die Weihbischof Jakob Mayr unternahm“, sagt Ordinariatskanzlerin und Irland-Expertin Elisabeth Kandler-Mayr. Sie war gemeinsam mit Weihbischof Hansjörg Hofer, der die geistliche Leitung der Reise innehatte, und 77 Pilgerinnen und Pilgern auf den Spuren der Heiligen Irlands. Die vom „Rupertusblatt“, Kirchenzeitung der Erzdiözese Salzburg, organisierte Fahrt diente auch der Vertiefung und Aktualisierung der Freundschaft mit zwei Pfarren, die den heiligen Virgil zum Patron haben. „Unser Ziel in Irland waren unter anderem Orte, die mit dem heiligen Virgil verbunden sind – Aghaboe und Bray“, berichtet Weihbischof Hansjörg Hofer.

Salzburg bringt Erinnerung an den heiligen Virgil mit

„Wir wollten die Wiege des iroschottischen Mönchtums mit den Heiligenstätten von Patrick, Brigida, Columban und dem in Irland beinahe vergessenen Virgil, oder wie er dort genannt wird: Fergal, kennenzulernen“, ergänzt Hofer. Unmittelbar nach der Landung in Dublin ging es nach einer kurzen Stadtrundfahrt auf die Spuren des heiligen Virgil nach Bray im County Wicklow nahe Dublin. Gemeinsam feierte man dort die heilige Messe unter dem Altarkreuz, das die Erzdiözese spendete. Nach der Feier erteilte Hofer einen Segen mit Reliquien des Heiligen – auch sie stammen aus Salzburg. „Die Geschichte der Kirche in Bray ist deshalb so bedeutsam, weil sie die erste Kirche des heiligen Virgil in Irland ist“, erklärt Elisabeth Kandler-Mayr. 1975 wurde sie gegründet und gebaut. Dann machten sich die Salzburger Pilgerinnen und Pilger auf die Fährte der heiligen Patrick, Brigida und Columban, die auch heute noch Menschen inspirieren, Gott zu suchen und den Nächsten zu lieben.

Zum Abschluss der Reise ging es zur Abtei Aghaboe im County Laois, der Ruinenkirche, wo der heilige Virgil im 8. Jahrhundert Abt war, ehe er auf das europäische Festland ging, um dort zu missionieren und in Salzburg als Bischof sesshaft zu werden. Dort kam es auch zur Begegnung mit dem ortsansässigen apostolischen Administrator, den Vertreterinnen und Vertretern der Pfarre sowie dem Komitee zur Erhaltung der Abteikirche und der Pflege des irisch-salzburgerischen Kontakts.

„Danke, dass ihr uns die Erinnerung an den heiligen Virgil zurückgebracht habt“, sagte Bischof Denis Nulty von Kildare und Leighlin, der apostolische Administrator der Diözese Ossory, in der die Abteikirche des heiligen Virgil steht. Nulty überreichte Weihbischof Hansjörg Hofer als Zeichen der Freundschaft und Verbundenheit der Erzdiözese Salzburg mit Irland einen Sliotar, den Ball des irischen Volkssports Hurling.

Diese Freundschaft auf Basis des Diözesanpatrons zu vertiefen war ein Anliegen der gemeinsamen Eucharistiefeier in der Ruinenkirche Aghaboe. Für viele war die Begegnung in der Abteikirche in Aghaboe ein Höhepunkt. So auch für Weihbischof Hofer, der von der herzlichen Aufnahme berührt war. Zu den Gründervätern des Komitees zur Erhaltung der Abtei zählt Liam Hyland – ehemaliger irischer Politiker und Europaparlamentarier, stolzer Träger des Großen Ehrenzeichen in Gold mit Stern der Erzdiözese Salzburg. Er ist mit Elisabeth Kandler-Mayr, der Nichte des damaligen Weihbischofs, eine der Säulen der irisch-salzburgerischen Freundschaft. Der knapp 90-Jährige freut sich auf das 50-jährige Jubiläum der Verbindung im Jahr 2024, dem Jahr des 100. Geburtstags von Weihbischof Jakob Mayr.

Weihbischof Jakob Mayr und der Beginn der Virgil-Verehrung in Irland

Im Zuge der Vorbereitung des Jubiläumsjahres – 1200 Jahre nach der Einweihung des ersten Doms in Salzburg – stellte sich 1974 die Frage, wer der Heilige war, der den ersten Dom erbauen ließ und 774 weihte. Virgil kam aus Irland, aber Näheres zu seinem Leben vor seiner Reise auf das Festland wusste man kaum. Historiker beschäftigten sich mit den Quellen, die zugänglich waren, und diese Forschung brachte einige Erkenntnisse. Zusätzlich entstand die Idee, nach Irland zu pilgern und sich selbst auf die Suche nach Spuren des Heiligen zu machen, der für die Entwicklung unserer Erzdiözese von entscheidender Bedeutung und als Diözesanpatron bekannt war, von dem man aber im Grunde wenig wusste.

Die Pilgerreise unter der geistlichen Leitung von Weihbischof Jakob Mayr im Sommer 1974 war nicht nur für die Pilger etwas Besonderes, sondern auch für jene Pfarre in Irland, in deren Gebiet die Ruine der Abtei Aghaboe liegt. Die Verehrung des hl. Virgil in seiner Heimat begann also erst nach der Salzburger Pilgerreise 1974.

Seit dem Domjubiläum folgten viele Pilgerreisen und gegenseitige Besuche sowie die Gründung eines Komitees zur Erhaltung der Abteikirche. Die Jubiläumsjahre 1974 und 1984 förderten auch das wissenschaftliche Interesse am Diözesanpatron.

Der heilige Virgil

Virgil stammt aus einer adligen irischen Familie, vielleicht aus dem königlichen Geschlecht Loegaire. Seine Ausbildung erhielt er im Kloster Iona. Im Kloster Aghaboe war er als Mönch und Abt tätig. Mit zwei Gefährten ging er 743 als Missionar zu König Pippin III. von Franken, der ihn 745 zu Herzog Odilo nach Bayern schickte.

Erst am 15. Juni 749 (oder 755) wurde Virgil, der bereits die Diözese Salzburg leitete, zum Bischof geweiht. Im selben Jahr wurde er Abt des Klosters Sankt Peter.

Noch vor 767 sandte Virgil seine Gefährten Modestus und Libellus zur Missionierung nach Kärnten, weswegen er auch „Apostel Kärntens“ genannt wird. Dadurch vergrößerte er auch das Diözesangebiet. Vor allem drei Missionszentren sind hier von Bedeutung: Maria Saal, St. Peter in Holz und St. Johann bei Knittelfeld.

Virgil war auch ein angesehener Gelehrter, wobei seine Kenntnisse vor allem in der Theologie, Philosophie, Geschichtsschreibung, Astronomie und Mathematik hervorstachen. Seinem Wirken verdankte Salzburg die erste kulturelle Blütezeit seit dem Untergang des Römischen Reichs. Virgil förderte u. a. das Kunsthandwerk. Er ließ überdies die erste Kathedrale bauen, die er am 24. September 774 (oder 784) dem heiligen Rupert von Salzburg weihte, dessen Gebeine er nach Salzburg überführen ließ.

Nach fast 40 Jahren im Bischofsamt starb Virgil am 27. November 784 in Salzburg. Er wurde im Dom bestattet, in dem 1288 für ihn ein Altar errichtet wurde, wo er seither bestattet ist. Die Heiligsprechung erfolgte am 18. Juni 1233.

Lesen Sie hier mehr über die Diözesanwallfahrt nach Irland. 

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