Oshowski Andreas Sind wir noch bei Trost?
Zwischen Erschütterung und Hoffnung.
Der jüngste Impuls war schwer verdaulich. Touristen erschießen Kinder! Erschütterung und Trostlosigkeit sind nicht neu, keine Erfindung panischer Werte-Pessimisten und Untergangs-Philosophen. „Ist Gott ein Trost, wenn Beziehungen in die Brüche gehen, wenn Menschen aus ihren verfehlten Lebensentscheidungen nicht herauskommen, wenn die nicht zu leugnende Schuld bei aller Vergebung weiterhin belastet, wenn die Zusage der Nähe Gottes in Depression nicht weiterbringt. … Ist Gott ein Trost in der trostlosen Situation des heutigen Jerusalem, in den Todesnächten der Welt.“1 Der Gedanke des Bischofs Franz Kamphaus ist fast 20 Jahre alt! Keine hektische Aktualitäts-Anbiederung! Vor kurzem sagte jemand, meine Ansätze beginnen immer mit Ekel und Wut bevor sie sich der Hoffnung tastend nähern. Die Reaktion des überwiegend jungen Auditoriums war beachtlich.
Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste.Die Bibel (Biblisches Buch des Propheten Jesaja, 40,3)
Nett ist das nicht! Wo und wie kann ich heute weihnachtlich werden? „Wir sind mit Gott noch lange nicht am Ziel. Aber wir dürfen unseren Weg in der Gewissheit gehen, dass der Messias, der Advent Gottes in Person, selbst die Gottesferne durchlitten hat.“2
Der Gedanke, der mich heute bewegt
Christkindlmärkte, Lichterketten und Glühwein sind nicht zu verteufeln, aber sie sind eher niederschwelliges Angebot, das noch viele weitere Schritte zu wahrem Trost und tragender Hoffnung benötigt.
1Franz Kamphaus, Sternstunde der Menschheit, Herder-Verlag, S.25
2Franz Kamphaus, aao.logie, Grünewald-Verlag, S. 36

