„Gott verlässt uns nicht“: Vierfache Diakonenweihe in Salzburg

SALZBURG (eds) / „Es ist eine unverdiente Gnade, dass wir auch heuer wieder vier Männer zu Diakonen weihen dürfen“, betonte der Salzburger Erzbischof Franz Lackner heute Nachmittag, am ersten Adventsonntag in seiner Predigt. Gerade auch in Durststrecken zeige Gott, dass er sein Volk nicht verlasse. In Anwesenheit von Weihbischof Hansjörg Hofer, Generalvikar Harald Mattel, unzähligen Priestern, Diakonen und Gläubigen weihte der Erzbischof vier Männer aus dem Salzburger Priesterseminar zu Diakonen. Alle vier werden aller Voraussicht nach im nächsten Jahr zu Priester geweiht.
„Im Licht des Herrn gehen“ – Diener der Gegenwart Gottes und der Kirche
Ausgehend von den Schriftexten zeichnete Erzbischof Franz Lackner ein Bild davon, wovon sich die zukünftigen Diakonen inspirieren lassen sollten: „Wir wollen uns vom Licht des Herrn und nicht von unseren Talenten, Fähigkeiten oder unserem Machen leiten lassen wollen“. Es liegt eine große Versuchung darin, im Licht des eigenen Könnens zu gehen - im Dienst des Bischofs, des Priesters, des Diakons, muss aber das Licht des Herrn Wegweiser sein. „In unserer Zeit gibt es eine große Versuchung - unsere Talente, unser Können sind das einzige, das scheinbar zählt.“
„Wir sind schwach geworden für die Nähe Gottes“
Der wesentliche Impuls des geistlichen Lebens aber sei das Licht der Gegenwart Gottes. Dieses Licht leuchtet unaufdringlich hell im Wort Gottes. „Wie gehen wir in den Stürmen unserer Zeit noch mit dem leisen flackernden Licht der Gegenwart Gottes um“, fragte Erzbischof Lackner die Weihkandidaten: „Ihr seid Diener der Geheimnisse Gottes und der Kirche“. Daher sei es umso entscheidender, die Gegenwart Gottes im Leben des einzelnen und im Leben der Kirche in der Rede von und über Gott wachzuhalten. Schließlich sollen die Diakone vor allem Zeugen und Hüter des Wortes Gottes sein: „Bewahrt das Wort Gottes in euren Herzen. Das wird in Zukunft zuallererst eure Verantwortung sein müssen.“ Der Erzbischof schloss mit den Worten: „Gott ist treu. Gott hat euch diesen Anfang geschenkt. Ihr habt euch prägen lassen, nun empfängt die Weihe.“
Die Geweihten
Lorenz Goppert
geb.1999 in Berchtesgaden
Heimatpfarre: Großgmain
Ausbildung: Maturaabschluss am Gymnasium der Herz-Jesu-Missionare in Liefering, Studium der katholische Fachtheologie bis 2025 in Salzburg.
Sein Dienst als Diakon wird in der Pfarre Straßwalchen sein.
Roland Münster
geb.08.12.1968 in Mönchengladbach
Heimatpfarre: St. Elisabeth in Mönchengladbach-Untereicken
Ausbildung: 2019 Eintritt ins Priesterseminar, davor Studium der Philosophie und Theologie in Heiligenkreuz. Er wird in der Pfarre Maxglan und dem zugehörigen Pfarrverband zum Einsatz kommen.
Josef Straub
geb. 07. Mai 1996 in Freiburg im Breisgau
Heimatpfarre: St. Wendelin Langenordnach, Baden-Württemberg
Ausbildung: gelernter Zimmermann; Von 2019 bis 2025 im Priesterseminar. Er wird in der Pfarre Faistenau wirken.
Manuel Zehetner
geb. 5. November 1994 in Steyr
Heimatpfarre: Steyr, Oberösterreich
Ausbildung: Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Eintritt ins Priesterseminar 2021, Studium der Fachtheologie in Salzburg. Als Diakon wird er in Eben im Pongau tätig sein.
Zur Weihe und zum Diakonat
Im Pontifikale zur Weihe der Diakonen lesen wir in der Einführung: Die Diakone werden durch die Handauflegung des Bischofs geweiht, wie es seit der Zeit der Apostel überliefert ist, damit sie ihr Dienstamt durch die Gnade des Sakramentes wirksam ausüben. Daher hat die katholische Kirche die Diakonenweihe seit der ersten apostolischen Generation hochgeschätzt.
„Sache des Diakons ist es, je nach Weisung der zuständigen Autorität, feierlich die Taufe zu spenden, die Eucharistie zu verwahren und auszuteilen, der Eheschließung im Namen der Kirche zu assistieren und sie zu segnen, die Wegzehrung den Sterbenden zu überbringen, vor den Gläubigen die Heilige Schrift zu lesen, das Volk Gottes zu lehren und zu ermahnen, dem Gottesdienst und dem Gebet der Gläubigen vorzustehen, Sakramentalien zu spenden und den Beerdigungsritus zu leiten. Den Pflichten der Liebestätigkeit und der Verwaltung hingegeben, sollen die Diakone eingedenk sein der Mahnung des heiligen Polykarp: Barmherzig, eifrig, wandelnd nach der Wahrheit des Herrn, der aller Diener geworden ist“ (Zweites Vatikanisches Konzil, „Lumen gentium“ Art. 29).
Erste Stufe des dreiteiligen Weiheamtes
Das Wort „Diakon“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Diener“. Der Diakon steht als Helfer grundsätzlich dem Bischof zur Seite. Im Dienst am Wort Gottes und vor allem in der Erfüllung des Gebotes der Nächstenliebe ist er Diener für alle. Gemäß apostolischer Überlieferung durch Handauflegung und Gebet geweiht, versehen die Diakone im Auftrag des Bischofs vorrangig den Dienst der Nächstenliebe und widmen sich gemäß alter Tradition den Armen. Die Diakonatsweihe steht am Beginn des dreiteiligen Weiheamtes. Die Weihestufe des Diakons bleibt tragend gültig, auch wenn später etwa die Weihe zum Priester oder zum Bischof folgt.




