Epiphanie 2026: Festgottesdienst mit Sternsingern und Partnerdiözesen

SALZBURG (eds) / Mit einem festlichen Gottesdienst zur Feier des Hochfests der Erscheinung des Herrn (Epiphanie) beging die Erzdiözese Salzburg am Dienstag den Tag der Partnerdiözesen. Erzbischof Franz Lackner feierte im Dom das Hochamt zum Tag und grüßte Vertreterinnen und Vertreter der Partnerdiözesen Bokungu-Ikela (Demokratische Republik Kongo), San Ignacio de Velasco (Bolivien) und Daegu (Südkorea) sowie eine Sternsingergruppe aus Eben. Die Texte und Gesänge wurden in den Sprachen der Partnerdiözesen vorgetragen: Spanisch, Koreanisch, Lingala. Zudem wurde der Gottesdienst in Gebärdensprache gedolmetscht.
Aufgehender Stern mit „Hoffnungspotenzial“
In seiner Predigt unterstrich Erzbischof Franz Lackner die je eigene Weise dessen, der etwas wahrnimmt, „da ist immer etwas Subjektives dabei“. Das gelte auch für die Gotteserkenntnis und für die vier Evangelien, die jeweils anders mit der Kindheitsgeschichte Jesu umgehen. Die Magier aus dem Osten oder die „heiligen drei Könige“ kamen wohl aus Persien. Die Erzählung von den Sterndeutern habe eine Entsprechung in der persischen Endzeiterwartung, wo auch Sterne eine Rolle spielen. „Ausgangspunkt für ihr Unternehmen, nach Betlehem zu gehen, war, dass sie SEINEN Stern aufgehen sahen. Das war Motiv genug, um diesen neugeborenen König zu suchen, ihn anzubeten und ihre Geschenke darzubringen: Gold für seine Göttlichkeit; Weihrauch für die Anbetung; Myrrhe für das Leid – neben der Armut der Krippe weiterer Anklang auf den Leidensweg dieses neugeborenen Königs“, erklärte er.
„Was sehr bemerkenswert ist: sie waren Heiden. Jesus wird in seinem öffentlichen Wirken kein heidnisches Haus betreten; Anfang und Ursprung der Heilsgeschichte aber schließen niemanden aus. Was sie wohl auszeichnete, war ihr Gespür für einen Gott, der – wie es sehr schön heißt – immer größer ist. Sie vermochten nicht nur im Stern den guten Hinweis zu erkennen, sondern auch im Ratschlag des Herodes die böse Absicht.“ So seien sie auf einem anderen Weg in ihre Heimat zurückgekehrt. „Die Annahme, dass sie auch als andere, veränderte Menschen heimkehrten, liegt nahe.“
Eine Antwort auf die Frage nach der Bedeutung dieser Erzählung gebe die Sternsinger. Ihnen „gilt es Dank zu sagen“, die die Frohe Botschaft von der Menschwerdung Gottes verkünden und für die vielen Armen in der ganzen Welt sammeln. Erzbischof Lackner sieht im Ereignis des aufgehenden Sterns „ein großes Hoffnungspotenzial“. Er erklärte: „Der Hoffnungsfunke liegt nun darin, dass auch Heiden, zu denen Jesus sich zuerst nicht gesendet empfand, den Zugang zu diesem paradiesischen Ereignis in Betlehem gefunden haben.“ Gott sei für alle Mensch geworden. „In der Krippe liegt der Mensch in seiner ursprünglichen Schöpfungsgutheit, von der Sünde noch unberührt; der Gottmensch Jesus Christus. Dieser gute Anfang steht für alle offen.“
Tag der Partnerdiözesen
Seit 1968 besteht zwischen den vier Diözesen Salzburg, Bokungu-Ikela, San Ignacio de Velasco und Daegu eine offizielle Partnerschaft, die am 6. Jänner jeweils auch ein Element in den Feiern des Tages ist. 1974 verfassten die damaligen Oberhirten der Diözesen anlässlich der 1200-Jahr-Feier des Salzburger Doms einen gemeinsamen Brief, in dem sie u. a. die Brüderlichkeit als Zeugnis für die Anwesenheit Gottes in der Welt, die Ortskirche als entscheidenden Ort für Dialog und den Wunsch nach Erfahrungsaustausch und das Hochfest der Erscheinung des Herrn als Tag der Partnerdiözesen festhielten.
Epiphanie
Im Mittelpunkt des Festes steht das Erscheinen Gottes in Jesus Christus. Es ist nach dem Hochfest der Geburt des Herrn (25. Dezember) und dem Hochfest der Gottesmutter Maria (1. Jänner) das dritte Hochfest in der Weihnachtszeit und wird auch als „Epiphanie“ bezeichnet. Das Fest erinnert vorrangig daran, dass die Feier der Menschwerdung Gottes ein Ereignis ist, das weit über die Geburt Jesu im Stall von Bethlehem hinausgeht. Während die Heilige Nacht den Blick auf die Menschwerdung im Kind von Bethlehem richtet, betont der 6. Jänner die Gottheit des Kindes, die für die ganze Welt erscheint. Das Fest ist somit eine Ergänzung zu der vielerorts vorherrschenden Konzentration auf die Krippe.