Beim Gesetz die Kinder nicht gehört

Kircheninitiative fordert ausführliche Diskussion des Fortpflanzungsmedizingesetzes

19.12.2014

WIEN / SALZBURG (eds/kap - 12. 1. 2015) / „Es ist unverständlich, dass dieses Gesetz, in dem es um das Leben geht, in kürzester Zeit ohne ausführliche Diskussion beschlossen werden soll“, sagte Erzbischof Franz Lackner heute vor Journalisten. In bisher beispielloser Geschlossenheit treten alle großen Vereinigungen der katholischen Kirche gemeinsam gegen die umstrittene Novelle beim Fortpflanzungsmedizingesetz auf. Über die Internetseite <link www.kinderbekommen.at - external-link-new-window "Opens external link in new window">www.kinderbekommen.at</link> sowie auf Twitter und Facebook laden sie die Bürger ein, dass die Abgeordneten der für den 21. Jänner angesetzte Beschlussfassung der Novelle nicht zustimmen. „Die Stimme des Kindes wurde überhaupt nicht gehört“, kritisiert der Salzburger Erzbischof.



Genau ein Jahr nach der Übernahme des Hirtenstabes von Erzbischof Alois Kothgasser zog Erzbischof Lackner in einem offenen Pressegespräch im Bischofshaus Bilanz und gab einen Ausblick auf die nächsten Vorhaben. Die „übereilte“ Beschlussfassung des Fortpflanzungsmedizingesetzes war eines der Themen. In der Erzdiözese werde weiters aus Anlass des Jubiläums 50 Jahre Diözesansynode, das 2018 bevorsteht, ein diözesaner Reform- und Entwicklungsprozess begonnen, kündigte der Erzbischof an. Auch mit der Vorbereitung der römischen Familiensynode werde man sich befassen.

„Immer mehr Menschen kommen ganz gut ohne Gott und ohne Kirche aus“, stellte Erzbischof Lackner fest. Die Wiedergewinnung der Lebensdienlichkeit oder Alltagstauglichkeit des Glaubens sei ihm daher ein persönliches Anliegen. Darüber hinaus wolle er mehrmals im Jahr Menschen zum Gespräch ins Bischofshaus einladen. Den Auftakt zu dieser Reihe „Zu Gast beim Erzbischof“ machte das heutige „offene Pressegespräch“, zu dem neben zahlreichen Journalisten auch mehr als 100 Frauen und Männer kamen, um den Erzbischof persönlich kennenzulernen. Erzbischof Lackner führte alle Interessenten durch seine Amts- und Wohnräume.

Bereits in den vergangenen Wochen hatten die katholischen Bischöfe ihr klares "Nein" zu der Novelle ausgesprochen. So hatte auch Kardinal Christoph Schönborn für die Debatte mehr Tiefgang, Breite und vor allem Entschleunigung statt Husch-Pfusch eingefordert. Wir dürfen nicht alles, was wir können, so die Mahnung des Vorsitzenden der Bischofskonferenz. Als "ethischen Dammbruch und großen Irrtum - ohne Diskussion" bezeichnete die Bischofskonferenz in ihrer offiziellen Stellungnahme den Gesetzesentwurf. Dieser schaffe "unüberbrückbare Probleme und Leiden", im Namen einer "naiven Fortschrittsgläubigkeit".
Fotos: EDS
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