Willkommen in der Diözesanbibliothek Salzburg!

Wo sich Geschichte und Theologie von ihren besten Seiten zeigen

Die d|b|s Diözesanbibliothek Salzburg ist die älteste Bibliothek in Salzburg. Sie beherbergt mehr als 150.000 Medien mit den Schwerpunkten Theologie, Philosophie, Geschichte und Salisburgensia. Als öffentliche Spezialbibliothek unterstützen wir Sie gerne bei Ihren Recherchen. Die d|b|s Diözesanbibliothek Salzburg ist mit ihrem umfangreichen Altbestand, einer Vielzahl von Handschriften, Inkunabeln und Frühdrucken sowie wertvollen Sondersammlungen eine bedeutende Kultureinrichtung der Erzdiözese Salzburg.

Unsere Schaustücke im Dommuseum

Seit Anfang Oktober 2019 haben Sie die Möglichkeit, ausgewählte Objekte aus unserem Bestand im Dommuseum Salzburg zu betrachten. In einer Vitrine unter dem Motto „Schätze aus der Diözesanbibliothek Salzburg“ finden Sie wechselnde Schaustücke zu unterschiedlichen Themenbereichen.

 

Beginn der Fastenzeit

 

Seelen-ergötzendes, und Gedächtnis-ermunterndes geistliches Bilder-Cabinet. Darinnen die heilige, Wunder- Lehr- und Trost-volle Lebens- Leidens- Sterbens- und Auferstehungs-Geschichte Jesu Christi unsers Herrn und Heylandes, In harmonischer Ordnung abgefasset und mit eilff angenehmen Haupt-Figuren, darinnen 159. Historische Gedächtnis-Bilder eingeschlossen und enthalten, gezieret, Augspurg: Pfeffel 1743

Texte von Johann Christian Breydt

Signatur: AR 93/1

Johann Andreas Pfeffel (1674–1748) war als Kunstverleger und Kupferstecher in Augsburg tätig, nachdem er in Wien an der kaiserlichen Akademie der bildenden Künste seine Ausbildung erhalten hatte.

Der aufgeschlagene ganzseitige Kupferstich zeigt in elf Bildern Szenen aus den „Lehrjahren“ Jesu, unter anderem in drei Medaillons die Versuchung Jesu in der Wüste, wie sie von den syn­op­tischen Evangelien (besonders Mt und Lk) geschildert werden und das Evangelium des 1. Fastensonntags bilden. Auf der Textseite daneben können jeweils Erklärungen zu den Abbil­dungen von Johann Christian Breydt (von dem ansonsten nichts bekannt ist) gelesen werden.

Die hier zu sehenden Seiten stammen aus der deutschen Ausgabe, es gibt aber auch eine lateinische desselben Werkes, beide gedruckt von Christoph Peter Detleffsen (1731–1774) zu Augsburg.

 

 

Rasser, Johann: Postilla Christlicher Catholischer Predigen, auff alle Sontäg durch das gantze Jahr, darunder das Quadragesimale oder Fastenpredigen, Dillingen: Mayer 1601

Signatur: MariaK 831

Johann Rasser (um 1535–1594) wurde in Ensisheim, dem Sitz der Verwaltung der habsbur­gischen Vorlande im Elsass, im Breisgau, im Aargau sowie am Bodensee, geboren und ent­faltete auch einen großen Teil seines Wirkens ebendort. Er gilt als Neubegründer der Ensis­heimer Lateinschule, war aber auch in Colmar und Enschingen seelsorglich tätig. Ein großes Anliegen waren ihm die Refor­men des Trienter Konzils und die Ermöglichung einer katho­lischen Schulbildung im Elsass. Bekannt ist er besonders für die beiden von ihm erhaltenen Schuldramen.

Die zweiteilige Postilla, 1590 zum ersten Mal erschienen, dürfte sich großer Beliebtheit er­freut haben, da sie insgesamt fünfmal gedruckt worden ist. Gewidmet hat Rasser das Werk dem reformeifrigen Bischof von Basel, Jakob Christoph Blarer von Wartensee, erschienen ist es bei Johann Mayer, dem 1573–1614 tätigen Pächter der Akademische Druckerei zu Dillin­gen an der Donau.

Der aufgeschlagene Holzschnitt eines unbekannten Meisters zeigt ebenfalls eine der Szenen, wie der Teufel Jesus in der Wüste in Versuchung führt (Steine zu Brot). Das Exemplar gehört zu der von der Diözesanbibliothek Salzburg verwalteten Bibliothek von Maria Kirchental.

 

Literatur:

Maria E. Dorninger: Johann Rasser. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 34, Bautz, Nordhausen 2013, Sp. 1200–1207

https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Andreas_Pfeffel

Neuigkeiten aus der Diözesanbibliothek

Neuaufstellung Kapuzinerbibliothek Radstadt

Die älteste, noch erhaltene Kapuzinerbibliothek in der Erzdiözese Salzburg befindet sich in den ehemaligen Klostermauern in Radstadt. Der Bestand von ursprünglich etwa 20.000 Bänden war dort auf drei Standorte aufgeteilt. Vorwiegend Literatur aus dem 17. und 18. Jahrhundert konnte man bis letztes Jahr im Veranstaltungsraum bestaunen, weitere Kostbarkeiten aus dieser Zeit sowie Publikationen aus dem 19. und 20. Jahrhundert lagerten im Archivraum. Der Großteil des Bestandes (aus dem 18.–20. Jahrhundert) harrte seit Jahrzehnten in der klimatisch sehr problematischen Sakristei seiner neuen Bestimmung.

Die Bücher aus dem Veranstaltungs- und dem Archivraum wurden bereits in den letzten Monaten nach Salzburg ins Archiv der Erzdiözese gebracht, um dort professionell gereinigt, katalogisiert und neu signiert zu werden. Im Frühling dieses Jahres konnten die ersten Bände aus dem 17. und 18. Jahrhundert nach Radstadt retourniert werden. Ein eigens für diese Bibliothek errichtetes Regal in der Aula des Pfarrhofes bietet den Exemplaren eine neue Heimat und den BersucherInnen einen prächtigen Anblick.   

Nachdem die Tätigkeiten des Holzwurmes eine Begasung der Klosterkirche erfordert hatten, die in der ersten Jahreshälfte von der Pfarre realisiert werden konnte, werden nun sukzessive die Publikationen aus der Sakristei nach Salzburg transportiert, um sie so rasch wie möglich in gereinigtem Zustand wieder an ihrem neuen Bestimmungsort bringen zu können.